Heizen mit Holz
Mal ehrlich rechnet noch jemand damit damit, dass der heutige hohe Ölpreis auf Dauer wieder sinken wird. Je mehr die Verbraucher für Heizöl bezahlen müssen, umso stärker steigt die Nachfrage nach modernen Holzheizungen. Das rechnet sich auf Dauer, denn Holzpellets kosteten derzeit nicht einmal die Hälfte von Heizöl. Der Wermutstropfen dabei: Eine komplette Pelletheizung ist rund 3.000 Euro teurer als eine Ölheizung.
Wird unser Wald dadurch verheizt?
Nein, ganz im Gegenteil. Die Nutzung von Brennholz unterstützt sogar indirekt das Wachstum des Waldes und ist so gesehen ein Beitrag zum Umweltschutz.
Keine Angst: Wer mit Holz heizt, schadet dem Wald in keiner Weise. Denn für ein gesundes Wachstum müssen Wälder regelmäßig durchforstet werden. Das dabei gesammelte Holz bildet zusammen mit dem Bruchholz, das durch Schneelast oder Stürme anfällt, unser Heizmaterial. Zwar werden etwa fünf Prozent des gesamten Nutzholzes als Brennstoff verwandt. Weil es sich in den meisten Fällen um sogenanntes Schwachholz handelt, von dem die Wälder entlastet werden müssen, damit junges, gesundes Holz nachwachsen kann, unterstützt man mit der Nutzung von Brennholz indirekt das Wachstum des Waldes.
Auch in Sachen Kohlendioxid (CO2) besteht kein Anlaß zur Beunruhigung. Das Gas, das für den sogenannten Treibhauseffekt und die daraus resultierende Klimaveränderung mitverantwortlich ist, entsteht bei jeder Verbrennung. Bei Holz verhält es sich allerdings so: Beim Verbrennen wird nur so viel Kohlendioxid abgegeben, wie das junge Holz für sein Wachstum benötigt hat. Die CO2-Bilanz ist bei der Verbrennung von Holz durchaus ausgeglichen.
Wer also nur naturbelassenes und lufttrockenes Holz verbrennt, kann sich guten Gewissens über seinen Kamin, Kachelofen oder Pelletofen freuen. Der Treibhauseffekt wird nicht verstärkt, und es werden weder Schwefel noch Schwermetalle freigesetzt. Kurzum: Wer mit Holz heizt, praktiziert aktiven Umweltschutz. Sogar die Asche läßt sich als umweltfreundlicher Dünger im Garten verwenden.
Holz hinterlässt keinen Abfall
Holz enthält weder Schwefel noch Schwermetalle. Im Kachelofen oder in einer modernen Holzheizung verbrennt lufttrockenes und naturbelassenes Holz sehr sauber und effizient. Denn auch die Technik der Holzverbrennung hat sich weiterentwickelt. Entscheidende Voraussetzung für eine schadstoffarme Verbrennung bei hohem Wirkungsgrad ist der Einsatz einer speziell für diesen Brennstoff konstruierten Feuerungsanlage.
Die Unterhaltung, Beschickung und Wartung dieser Anlagen ist durch große technische Erneuerungen in den vergangenen Jahren so komfortabel wie bei herkömmlichen Heizsystemen geworden. Viele Anlagen lassen sich mit weiteren umweltfreundlichen Energiesystemen, wie Solaranlagen, ideal kombinieren. Energie aus Holz ist eine komfortable Energie. Zu deren Nutzung gibt es eine Vielfalt von modernen und umwelfreundlichen Holzfeuerungsanlagen. Die Feuerungsarten haben sich vom offenen Kaminfeuer bis hin zur sensor- und prozessgesteuerten, vollautomatischen Anlagen weiterentwickelt. Je höher der Entwicklungsstand, umso höher ist der Komfort und umso niedriger die Emission
der Anlage.
Pellets oder Holz aus dem Wald
Von diesen anfänglichen Mehrkosten lassen sich immer weniger Hausbesitzer schrecken. Schließlich gibt es vom Bund einen Zuschuss von 1.700 Euro für den Kauf einer Pelletheizung. Die Anlage arbeitet vollautomatisch, wie eine Ölheizung. Statt des Öls verbrennen im Kessel aber Presslinge aus Sägespänen, die je nach Bedarf aus dem Lagerraum in die Anlage befördert werden. Wieder gefragt sind zunehmend auch Heizungen, die mit Scheitholz betrieben werden. Mit den "Schadstoffschleudern" vergangener Tage haben diese kaum noch etwas zu tun. Oberstes Gebot für eine schadstoffarme Verbrennung ist: Das Holz muss wirklich trocken sein. Mindestens zwei Jahre sollte es deshalb gelagert werden, damit der Wassergehalt von über 50 Prozent auf unter 20 Prozent sinkt.
Brennsystem ist inteligenter geworden
Eine vollständige und schadstoffarme Verbrennung erreicht man bei Scheitholz-Kesseln mit dem so genannten Sturzbrand-Prinzip: Das eingefüllte Holz wird nach oben hin getrocknet, nach unten werden Flammen und Abgase abgesaugt. Was schließlich in einer Nachbrenn-Wirbelkammer bei etwa 1.000 Grad verbrennt, ist das entstandene Schwelgas aus dem Holz.
Warme Wohnung ganz einfach
Vor allzu großem Aufwand bei der Bedienung von Holzöfen neuerer Bauart braucht man sich nicht zu fürchten. Inzwischen sind die Brennräume so groß, dass die Füllung für mindestens einen ganzen Tag ausreicht. Zudem lässt sich in speziellen Wassertanks die überschüssige Wärme speichern. Ist der Holzkessel abgebrannt, wird sie über den Tag verteilt an das Haus abgegeben. Pro Kilowatt Holzkessel-Leistung empfehlen Fachleute einen 50-Liter-Warmwasser-Pufferspeicher.
Heizen mit Holzpellets
Moderne Pelletheizungen sind genauso bequem zu bedienen wie Öl- oder Gasheizungen. Die gepressten Holzspäne werden mit dem Tanklaster geliefert und aus dem Lagerreaum automatisch in den Brenner befördert
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