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Fürth im Odenwald
Die Häuser der Haupstrasse


Bildstock – Flurdenkmal



Bildstöcke sind Ausdruck der Volksfrömmigkeit. Sie sollten Vorübereilende zu Besinnung und Gebet mahnen und wurden aus diesem Grund häufig an viel begangenen Wegen errichtet. Meistens sind sie von Einzelpersonen gestiftet worden, die allerdings selten ihren Namen, sondern oft nur ihre Initialen auf dem gestifteten Denkmal vermerken ließen. Über die Gründe einer Aufstellung können wir ebenfalls nur spekulieren. Nach Dr. Fritz Schäfer (Flurdenkmäler, in: Heimatbuch Fürth, 1994, hier S. 293) standen wohl schlichtes Gotteslob, Bitte um Erhörung eines Anliegens, Dank für erbetene und erhaltene Hilfe, Erfüllung eines Gelübdes und die Hoffnung, der Bildstock werde Not und Gefahr bannen, im Vordergrund. Auch wenn uns die Stifter oft unbekannt bleiben, sollen uns die Bildstöcke an die Menschen erinnern, die früher hier lebten. Aus diesem Grund sollten wir sie schützen und instand halten Bildstöcke gibt es in der Umgebung von Fürth schon seit dem 16. Jahrhundert. Das Mossauer Bild, das an der alten Straße von Fürth nach Erbach und Michelstadt in der Nähe des sogenannten Lärmfeuers steht, muss bereits vor der Einführung der Reformation, die in der Erbacher Grafschaft etwa ab 1530 durchgeführt wurde, geschaffen und aufgestellt worden sein. Der älteste Bildstock in Fürth, bzw. sein Oberteil, das Häuschen, ist in der Wand des Hauses Krumbacher Straße 26 eingemauert und mit „Jonas Hofrath 1699“ beschriftet und datiert. Er dürfte ursprünglich am alten Weg nach Krumbach gestanden haben. Nicht weit von diesem Bildstocktorso entfernt zweigt von der Krumbacher Straße die heutige Mosbachstraße ab, die heute nur eine Verbindung zur Bundesstraße (Erbacher Straße) bildet. Früher war dies der direkte Weg in die Galgenhohl und von dort weiter über Kröckelbach, Brombach, Leberbach und Weschnitz zur Wegscheide und von dort weiter nach Erbach und Michelstadt. Hier verlief also eine der damaligen Hauptverkehrsstraßen. Folgerichtig stehen an dieser alten Straße mehrere Bildstöcke. Ein Tafelbildstock vor dem Haus Mosbachstraße 8 erinnert uns an das Walldürner Blutwunder und war mit Sicherheit eine Rast- und Gebetsstelle der hier vorüberziehenden Wallfahrer. Dort wo der Galgenhohlweg die Höhe erreicht, steht ein Bildstock, der ein viergiebeliges Häuschen trägt und mit „1839 GR“ bezeichnet ist. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit steht „GR“ für Georg Rothermel, den damaligen Besitzer der Hofreite Am Kröckelbach 3, die im Volksmund heute noch „in’s Rothermels“ heißt. Georg Rothermel dürfte den Bildstock gestiftet haben. Das Jahr 1839 war eines der letzten, in denen eine Setzung eines Bildstocks „an der belebten Straße“ möglich war, denn mit dem Bau der heutigen Bundesstraße, der 1841 abgeschlossen war, benutzte kaum noch jemand den Galgenhohlweg als „Fernstraße“. Aus diesem Grund kann der Bildstock, der an der Kreuzung der heutigen Kröckelbacher Durchgangsstraße mit dem alten Verkehrsweg stand, nicht später gesetzt worden sein. Auch er trug ein viergiebeliges Häuschen auf einem achteckigen Schaft. Von den vier Giebeln war nur der auf der Schauseite mit einer Nische versehen. Er trug weder eine Jahreszahl noch irgendwelche Buchstaben, die auf einen Stifter hindeuten könnten. Leider wurde dieser Bildstock im Oktober 2001 bei einem Verkehrsunfall umgefahren. Neben dem zweifachen Bruch der achteckigen Säule wurde der Kopf, das Häuschen, durch mehrere Brüche so beschädigt, dass eine Restaurierung nach Ansicht der Gemeindeverwaltung Fürth als auch des mit der Wiederherstellung betrauten Steinhauerbetriebes nicht sinnvoll schien. Der Bildstock wurde durch eine Kopie ersetzt, was zeigt, dass durch die Zerstörung ein Verlust verursacht wurde, den zu beheben man für nötig hielt. Trotzdem ist es bedauerlich, dass zur Beurteilung des Schadens nicht weitere Fachleute herangezogen wurden. Es wäre zu begrüßen, wenn das Wissen um die Bedeutung unserer Bildstöcke, wie auch der anderen Flurdenkmale, in der Bevölkerung weitere Verbreitung finden würde. Der Schutz dieser Denkmale sollte uns selbstverständlich sein. LK